Denkmal des Monats - Oktober 2009

Ostwestfalen Lippe
Mittelstrasse 40/42 (Lemgo)



Die Steingiebelhäuser bestehen aus Haupthaus mit Nebenhaus. Das Bürgerhaus wurde 1574/75 als verputzter Bruchsteinbau mit Werksteingliederung aus rotem Sandstein von dem Kaufmann Düvel erbaut. Im hinteren Kammerbau befindet sich heute noch der Keller mit zwei flachen Tonnengewölben. Darüber der für Lemgo typische Saal, der im 20. Jahrhundert mit zusätzlichen Wänden in einzelne Zimmer aufgeteilt worden ist.

Das Vorderhaus war bis 1899 in der üblichen Aufteilung mit Mittel Deele und Fleet, an den Seiten Erd- und Zwischengeschoss, darüber durchgehender Speicherstock ausgebildet. Beim Umbau von 1899 wurde die Dreigeschossigkeit zugunsten zweier hoher Geschosse aufgegeben, die zweigeschossige Auslucht des Haupthauses abgebrochen und zunächst in der städtischen Altertümer- Sammlung gelagert. 1909 wurde durch weitere Instandsetzungsarbeiten an der Fassade das Obergeschoss der Auslucht aus dem Besitz der Stadt zurück gekauft und auf fünf neuen Volutenkonsolen etwa 1 m höher als Erker wieder angebaut. An den Stirnseiten der Volutenkonsolen von 1909 befinden sich hübsche Mädchenbüsten, die mittlere mit einem Stern im Haar. Unverändert erhalten ist der nicht ausgebaute große Dachraum. Die mächtige Konstruktion ist geprägt durch 3 übereinanderliegende Kehl-balkenlagen.Links neben dem Haupthaus das schmale Nebenhaus Nr. 42, das nur ein Drittel der Tiefe des Haupthauses besitzt. Im Erdgeschoss befand sich ehemals die Durchfahrt zum Hof.

Im späteren 19. Jahrhundert wurde dort ein Ladengeschäft eingebaut. Die Fassade des Nebenhauses zeigt in der Geschossteilung noch die ursprüngliche Gliederung. Nebenhäuser sind seit dem frühen 16. Jahrhundert in Lemgo nachweisbar. Vermehrt entstehen sie in der 2. Hälfte des 16. Jahr- hunderts. Ihre Errichtung neben den Haupt-häusern führt zu einer geschlosseneren Straßenrandbebauung in der Altstadt. Die Errichtung der Nebenhäuser ist auch ein Kennzeichen der Trennung der Generationen innerhalb der Hausgemeinschaften reicher Bürger. Häufig wurde im Erdgeschoss die ehemalige Grundstückszufahrt als Tordurchfahrt erhalten, das Obergeschoss als Altenteilerwohnung genutzt.

Zuletzt wurde 1954 nach Plänen des Lemgoer Architekten Ernst Pethig die Fassade des Gebäudes Nr. 42 neu gestaltet. Heute befindet sich im Erdgeschoss von Haupt- und Nebenhaus ein Ladengeschäft, das Obergeschoss wird vom Eigentümer selbst bewohnt.