Historischer Stadtkern Lemgo

Stadtportrait

Im Herzen des Lipperlandes zwischen Teutoburger Wald und Weserbergland liegt die 44.000-Einwohner-Stadt Lemgo. Das Flair der Renaissance und die Idylle des Lipperlandes machen Lemgo zu einem beliebten Ziel für Urlauber und Wochenend-Touristen. Besonders groß ist das kunst- und kulturgeschichtliche Angebot, das die Museen bieten. Eindrucksvolle Kunst und Kultur des 16. und 17. Jahrhunderts bietet das Weserrenaissance-Museum Schloß Brake, das Museum Hexenbürgermeisterhaus zeigt Sammlungen zur Lemgoer Stadtgeschichte (u.a. zur Geschichte der Hexenprozesse) und im Museum Junkerhaus ist das beeindruckende Werk des Künstlers Karl Junker (1850 – 1912), eines künstlerischen Außenseiters, zu sehen. Weitere Anlaufpunkte für kunst- und geschichtsinteressierte Gäste: die Skulpturen-Remise, das Frenkel Haus und die Städtische Galerie Haus Eichenmüller mit ihren wechselnden Ausstellungen. Lemgo ist aber auch Sportstadt. Neben dem sportlichen Aushängeschild des Handball-Bundesligisten TBV Lemgo bietet sich den Besuchern ein vielfältiges Freizeitangebot, zu dem Kanufahren, Radwandern, Wandern oder Sportaerobic gehören. Eine grüne Oase der Erholung ist der STAFF-Landschaftspark unweit des Stadtzentrums. Und zünftig gefeiert wird auch: zum Beispiel beim Lemgoer Sommertreff, dem Strohsemmelfest, dem Bruchmarkt und dem Kläschenmarkt.

Hier finden Sie weitere interessante Dokumente und Informationen über Lemgo:

Lebendiges Lemgo http://www.lemgo.net/163.html

Sehenswertes http://www.lemgo.net/489.html

Stadtführungen http://www.lemgo.net/170.html


Stadtentwicklung

Wer sich in den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts mit den historischen Stadtkernen in Nordrhein-Westfalen befasste, für den war Lemgo eines der Flaggschiffe, das mit Rückblick und Weitsicht historisch Gewachsenes und Modernes vereinigte. Die im zweiten Weltkrieg unzerstörte Stadt hat uns eine wertvolle Sammlung – ja ganze Ensembles von kultivierten Gebäuden – auch aus der Renaissance, in einem ausgeprägten mittelalterlichen Stadtgrundriss hinterlassen.

Die Planungen zwischen 1969 bis 1971 (Deilmann-Gutachten) wurden von der Stadt frühzeitig beendet, da sich herausstellte, dass die zu jener Zeit allgemein gültigen städtebaulichen Leitbilder, die unter anderem auch dem Verkehr ungebremste Priorität einräumten, die alte Stadt unangemessen stark überformt hatten. Die geplante Verdichtung der Wohnbebauung im historischen Stadtkern von damals 3.500 Einwohnern auf 8.000 Einwohner hätte im Zusammenhang mit großzügigen Flächen für den fließenden und ruhenden Verkehr eine totale städtebauliche Deformation mit sich gebracht. In den folgenden Jahren hat die Stadt dann aus eigener Kraft eine städtebauliche Rahmenplanung erarbeitet, die in hohem Maße den baulichen Bestand sicherte.

Zu Beginn der 80-er Jahre des vergangenen Jahrhunderts stellte die Landesregierung Nordrhein-Westfalen die Förder- und Städtebaupolitik förmlich auf den Kopf. Das bis dahin stark formalisierte Städtebauförderungsgesetz wurde auf pragmatische Weise auf Format gebracht. Die bisherigen Datenfriedhöfe, die Grundlage einer Bodenordnung sein sollten, wurden kurzerhand eingefroren, die Verordnungen und Erlasse in einer bis dahin unvorstellbaren Weise gerodet, ausgelichtet und neu erfunden. Nicht nur Stadtebauförderung wurde neu gedacht, sondern auch der Städtebau insbesondere in den historischen Stadtkernen in Nordrhein-Westfalen. Die Kriterien für Qualität und Nachhaltigkeit wurden ebenfalls erneuert.

Als im Mai 1987 die Arbeitsgemeinschaft der historischen Stadtkerne in Nordrhein-Westfalen gegründet wurde, stand Lemgo mit seinem großen Potenzial an historischen Gebäuden in einem kultivierten Stadtgrundriss, mit seinen unverwechselbaren Architekturen, wie z.B. der Weser-Renaissance und der ergänzenden und neuen Bebauung, die konsequent zeitnah und mit hoher Architekturqualität umgesetzt wurde, an der Spitze der Bewegung.

Die Stadt Lemgo wurde in den Folgejahren gezielt gefördert und das alte Lemgo erstrahlte in neuem Glanz. Zahlreiche Projekte wurden forciert. Die historische Altstadt blühte im Sinne des Wortes förmlich auf. Das Fassadenprogramm und eine Vielzahl von Sanierungen ließ die Renaissance weit ins Land hinein aufleuchten. Das private Parken wurde in der Altstadt vorbildlich gelöst, Strassen wurden ihrem Charakter nach angemessen verkehrsberuhigt und nicht unangemessen möbliert bzw. begrünt. Das Stadtbus-System, das Lemgo mit Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen bereits 1994 einrichtete, hat nicht nur in Deutschland Vorbildfunktionen erreicht. Heute ist der „Stadtbus” in Lemgo mit seinen modernen Haltestellen in der historischen Altstadt ein gelungenes Element des Städtischen, das den Individualverkehr ganz wesentlich reduziert hat und damit zu einer neuen Lebens- und Aufenthaltsqualität in der historischen Altstadt beigetragen hat.

 

Architektur und Städtebau http://www.lemgo.net/137.html

Denkmalpflege http://www.lemgo.net/1036.html


Stadtentwicklung erfordert Engagement und Kontinuität

Denkmalpflege und Moderne sind in Lemgo ein überzeugendes Bündnis eingegangen, das mit vielen guten Beispielen weit über die Region hinaus wirkt. Der Historische Stadtkern der über 800 Jahre alten Hansestadt Lemgo konnte bis heute in seinem städtebaulichen Gesamtcharakter erhalten werden und zählt deshalb zu den bedeutendsten Zeugnissen mittelalterlicher Stadtbaukunst in Nordrhein-Westfalen. Der Gebäudebestand ist einzigartig. Mehr als 300 Baudenkmaler sind allein im historischen Stadtkern zu finden. Die Alte Hansestadt Lemgo ist sich dieses Erbes immer bewusst und hat es sehr sorgfältig gepflegt und ergänzt. Lemgo steht heute für zeitgemäßen Denkmalschutz, für architektonisch anspruchsvolles Bauen in historischer Umgebung und für die sensible und kreative Fortentwicklung des historischen Stadtgrundrisses. Die weitgehend intakte Wohnfunktion und die kontinuierliche Förderung innerstädtischer Wohnformen und der Nutzungsvielfalt haben dafür gesorgt, dass die Innenstadt sehr lebendig ist.

Dennoch ist die Pflege und Förderung des baukulturellen Erbes und die zeitgemäße und sensible Weiterentwicklung der Stadt sowie die Stärkung der Innenstadtfunktion eine Daueraufgabe, die kontinuierliches fachliches und finanzielles Engagement erfordert.

Denkmalbroschüre mit Stadtrundgang http://www.lemgo.net/2155.html

Stadtentwicklungskonzept Lemgo http://www.lemgo.net/1806.html

Kulturmeile Brake http://www.lemgo.net/1435.html

Satzungen http://www.lemgo.net/1875.html

Sondernutzungssatzung http://www.lemgo.net/fileadmin/civserv/5766044/ortsrecht/gestaltungsrichtlinie.pdf